Hast Du mal versucht Gewährleistungsansprüche bzw. Produkthaftung geltend zu machen. Liegt hier nicht ein Konstruktionsfehler vor?
Habe nämlich das selbe Problem.
Stefan
dietix hat geschrieben:
Hallo liebe Community,
hier zunächst die Kurzfassung:
Abstandsbuchsen zwischen Motherboard und Grafikboard zu kurz bemessen, dadurch starke Biegung des Grafikboards und letztlich bei Bewegung Bruch der Leiterbahnen. Unterlegen mit dünnen Scheiben könnte helfen.
Und hier die Langfassung:
Wie schon mal in einem anderen Thread erwähnt hat mich das altbekannte Grafikkartenproblem (Aussetzer, grünes Alptraumbild, Absturz und schwarzer Schirm) ca. 1 Woche nach Ablauf der Garantie erwischt.
1) Durch mehr oder weniger starken Druck auf die Tastatur (etwa bei F6/F7) hat sich das Problem kurzfristig beseitigen lassen - bis zum nächsten Bewegen des Geräts.
2) Naheliegende Lösung (nenne ich mal die "Whitehead"-Lösung nach dem gleichnamigen Poster im US-Forum): Zwischen Kühlkörper und Grafikkarte auf Höhe des Steckers etwas einklemmen (Doppelseitiges Klebeband, eine professionelle Kunststoffkonstruktion, Pappe, ...). Hat bei mir tatsächlich einige Zeit funktioniert. Dann kam der Fehler wieder, immer häufiger. Temporäre Lösung: Vor dem Einschalten kräftig drücken.
3) Nach einiger Zeit war die Zeitspanne zwischen Einschalten und Aussetzer bereits zu kurz, meine Mails auch nur abzurufen.
Bis hierher war meine Meinung die gleiche, die man in den Foren häufig liest: HP hat billige Stecker verbaut oder der Stecker rastet nicht ordentlich ein.
4) Ich habe mein Gerät zum vierten Mal zerlegt und mir die Grafikkarte genau angesehen. Der (Doppel-)Stecker rastet satt ins Motherboard und hat auch bei Untersuchung mit der Lupe keine verbogenen bzw. abgenutzen Kontakte oder abgehobene Lötpins. Dafür ist mir aufgefallen, dass die Karte im Bereich des Steckers gebogen ist. Und das ist vermutlich die Ursache für das Problem: Der Abstand zwischen dem Motherboard und dem Grafikboard, der durch 4 Abstandsbolzen definiert wird, ist zu klein bemessen. Damit wird beim Festschrauben das Grafikboard verbogen (gottseidank nicht das Motherboard). Die Stecker verstärken allerdings die Leiterplatte in der Mitte, weshalb die Biegung links und rechts daneben auf wenigen Millimetern erfolgt. Dadurch dürfte es zum Bruch der Leiterbahnen in der Grafikplatine (vermutlich mehrlagig) kommen, vor allem, wenn durch das Bewegen des Geräts und das vergleichsweise dünne und biegbare Gehäuse die Spannung noch weiter erhöht wird.
Man erkennt das ganz deutlich, wenn man die Grafikplatine einfach nur ordentlich einsteckt, dann gibt sie links und rechts beim Druck auf die Schraubenlöcher noch etwas nach, obwohl ja eigentlich darunter die Abstandsbolzen vom Motherboard liegen.
Damit ist das Problem übrigens schon das dritte Abstandsproblem: Gummifüsse auf der Unterseite, Gumminoppen zwischen Displaydeckel und Handballenauflage und eben die Grafikkarte.
5) Die Lösung mit dem Verstärken des Drucks in der Mitte hilft zwar eine Zeitlang, schafft aber noch mehr Belastung an den Rändern. Auch Whitehead hat berichtet, dass er die Schraube, die gleichzeitig den Stecker des Displays hält, nicht festziehen durfte.
Eine neue Grafikkarte wird mit statistischer Wahrscheinlichkeit ebenfalls früher oder später ausfallen, wenn der HP-Service nicht auch (unkommentiert) Distanzscheiben unterlegt.
6) Mein Lösungsvorschlag: Die Grafikkarte gleichmäßig unterlegen, ich habe dafür die Papierscheiben verwendet, die man im PC für die Motherboards verwendet. Zugegeben, die leiten den Strom nicht, dafür sind sie in der Höhe ganz gut passend. Allerdings, und das ist das Manko bei meinem Gerät: Ich musste mir eine neue Grafikkarte zulegen. Habe ich mir bei com-com.co.uk gekauft, war schweineteuer (EUR 210,- zzgl. EUR 50,- für den Versand, Steuer ist bei mir als EU-Firmenkunde weggefallen), aber sehr schnell da. Eingebaut, gebootet, und jetzt schreibe ich dieses Posting mit meinem nx7000.
Nachdem das Problem bei mir "erst" nach einem Jahr aufgetreten ist, hoffe ich mit der neuen Grafikkarte, dass ich zu diesem Posting kein Update mehr schreiben muss. Fotos von der Zerlegung und vom Problem habe ich gemacht, schicke ich auf Wunsch gerne zu.
Zerlegung:
Zeitaufwand ca. 1 Stunde, selbermachen kein großes Problem, notwendig ist nur ein guter kleiner Kreuzschraubenzieher. Aufpassen und gut merken, welche Gehäuseschrauben lang sind und welche kurz. Nach meinem ersten Zusammenbau hatte das Touchpad eine seltsame Beule nach oben (lange Schraube statt kurzer erwischt).
1) Akku heraus, Festplatte heraus, Docking-Station-Stecker-Gummiabdeckung abziehen, WLAN-Deckel abnehmen und die beiden WLAN-Antennenkabel abstecken.
Gehäuseschrauben öffnen, die beiden im Festplattenbereich nicht vergessen.
2) Die beiden Tastaturschrauben herausnehmen, sind (auf der Unterseite des Gehäuses) entsprechend gekennzeichnet. Dann die 4 Schnapper auf der Oberkante der Tastatur herausziehen, Tastatur ausheben, Stecker öffnen und Flachbandkabel abziehen.
3) Den Kunststoffteil oberhalb der Tastatur heraushebeln, am Besten rechts ober den Audio-Buttons beginnen.
4) Displayschrauben und Displaykabelschraube aufschrauben, Display abnehmen
5) Nunmehr freiliegende innere Schrauben öffnen
6) Stecker (2 x rot/schwarz links, 1 x rot/schwarz rechts unter Kühlerabdeckung, 2 x mehrpolig klein, 1 x Flachbandkabel) abziehen, WLAN-Antennenkabel ausfädeln, Oberteil abnehmen
7) Restliche Schrauben auf der Grafikkarte bzw. dem Kühlblech öffnen, Kühlblech abziehen. Voila, da liegt sie, die Grafikkarte.
Ich freue mich auf Eure Kommentare,
viel Spass und
liebe Grüße,
Dieter